Münzen und
Medaillen zur Geschichte
der Clausthaler
Hochschule
Volker Breme
Die Wiederaufnahme des Oberharzer Bergbaus im 16.
Jahrhundert wurde durch die Entwicklung mechanischer Bergbaumaschinen wesentlich
gefördert. Die Notwendigkeit der Förderung von Erzen aus größeren Teufen,
die Wasserhaltung und Bewetterung der Gruben erforderte die Kraftübertragung über
und unter Tage. Die Region des Oberharzes entwickelte sich zu einem bedeutenden
Industriezentrum der damaligen Zeit. Die im Harz entwickelten Bergbaumaschinen
wurden von anderen Bergbauregionen übernommen und machten den Harz über die
Grenzen Deutschlands bekannt. Bedingt durch diese technische Entwicklung
entstand das Bedürfnis den Berg- und Hüttenbeamten neben der
handwerklich-praktischen auch eine wissenschaftlich-technische Ausbildung zu
vermitteln. Das notwendige Verständnis für die zunehmende Technisierung konnte
nicht allein durch die Vermittlung von Erfahrung erzeugt werden, sondern
bedurfte einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung in Mathematik, Geometrie
und Mechanik. Ein Großteil des notwendigen bergbaulichen Wissens wurde damals
von Georg Agricola zusammengetragen und 1556/1557 in seinem zwölfbändigen
Kompendium „de re metallica“ veröffentlicht. Mit diesem Werk war für
mehrere Jahrzehnte ein wissenschaftliches Werk erarbeitet worden, das den Stand
der Technik ausreichend beschrieb und als Lehrbuch und Standardwerk für die
Ausbildung im Bergbau genutzt wurde.
Die traditionellen Universitäten waren aufgrund
ihrer Ausrichtung in juristische, philologische und theologische Fakultäten
nicht in der Lage, dem Bedürfnis nach technisch orientierter wissenschaftlicher
Ausbildung ausreichend nachzukommen. Die wissenschaftliche Ausbildung der Berg-
und Hüttenbeamten war daher aufgrund des Fehlens technisch wissenschaftlicher
Hochschulen den Gymnasien und privaten Schulen überlassen.
Die Clausthaler Lateinschule war die Schule, die den
Oberharzer Berg- und Hüttenbeamten für ihre Ausbildung zur Verfügung stand.
Seit 1713 wirkte an der Clausthaler Lateinschule der Theologe Henning Calvör,
dem es zu verdanken ist, dass diese Schule eine besondere Ausbildung in
Mathematik und Mechanik vermittelte. Calvör bemängelte jedoch bereits damals
das Fehlen einer Hochschule für die technisch-wissenschaftliche Ausbildung im
Bergbau und hat sich um die Gründung einer derartigen Hochschule bemüht.
Henning Calvör wird daher von den Bergbauhistorikern
aufgrund seines Engagements für die wissenschaftlichen Ausbildung der Berg- und
Hüttenleute und sein Eintreten für die Gründung einer wissenschaftlichen
Bildungsstätte auch als der „geistige Vater“ der Clausthaler Hochschule
bezeichnet.
Zu 300. Geburtstag von Henning Calvör im Jahre 1986
erschien die in Abbildung 1 gezeigte Medaille. Auf der Vorderseite der Medaille
ist die von Calvör entwickelte Wettertrommel zur Belüftung der Gruben
dargestellt. Die Rückseite zeigt einen Ausschnitt aus einem Merianstich der
Bergstadt Altenau.
Calvör hatte 1726 eine Pastorenstelle in Altenau
angenommen, nachdem es zu einem Zerwürfnis mit den Stadtverordneten von
Clausthal gekommen war. In Altenau verfasste er auch seine Schriften über den
Bergbau.
Abb. 1:
Medaille zum 300. Geburtstag von Henning Calvör
Das Zerwürfnis zwischen Calvör und den Clausthaler
Stadtvätern verzögerte die Gründung der Clausthaler Bergschule um fast 50
Jahre. Der Mangel an wissenschaftlicher Ausbildung führte in der zweiten Hälfte
des 18. Jahrhundert innerhalb weniger Jahre zur Gründung technisch orientierter
Lehranstalten, die noch heute als Hochschulen existieren. Dabei konnten die Gründungen
der Bergakademien oder Bergschulen in Freiberg (1765), Schemnitz (1770), Berlin
(1774) und Clausthal (1775) auf den bereits an diesen Orten vorhandenen
schulischen Bildungseinrichtungen aufbauen.
In Clausthal wurde 1775 unter besonderer Mitwirkung
des Berghauptmanns Claus Friedrich von Reden ein einjähriger Unterrichtskurs für
24 Bergleute eingerichtet, der aus der Clausthaler Lateinschule ausgegliedert
wurde.
Das Jahr 1775 wird deshalb auch als der Beginn der
akademischen bergmännischen Ausbildung in Clausthal angesehen. Leider
existieren zu diesem Anlass keine direkten numismatischen Zeugnisse. Die hohe
Entwicklung der Münzprägekunst im Oberharz soll durch die beiden nachfolgenden
Münzen dokumentiert werden. Zur Zeit der Gründung der Clausthaler Bergschule
regierte Karl I. das Fürstentum Braunschweig Wolfenbüttel. Abbildung 2 zeigt
einen nur in wenigen Exemplaren geprägten Wildemann-Taler aus dem Jahr 1775.
Abb. 2:
Taler aus dem Jahr 1775 für Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel
Die Rückseite dieses Talers ziert das Wappen des Fürsten
von Braunschweig-Wolfenbüttel. LCR sind die Initialen des Zellerfelder Münzmeisters
Ludwig Christian Ruperti, der von 1773 bis 1778 in der Zellerfelder Münze
arbeitete.
Zur gleichen Zeit war Georg III., König von Großbritannien,
in Personalunion auch Kurfürst von Hannover. Ein Großteil der Münzen für das
Kurfürstentum Hannover wurde in der Clausthaler Münze hergestellt. Allerdings
wurden vom damaligen Münzmeister Johann Wilhelm Schlemm (mit den Initialen IWS)
im Jahre 1775 keine Talerstücke geprägt. Die Abbildung 3 zeigt daher einen 2/3
Taler aus dem Jahre 1775 mit dem Porträt von Georg III. und seinem Wappen auf
der Rückseite der Münze.
Abb. 3: 2/3 Taler aus dem Jahre 1775 für Georg III., Kurfürst von
Hannover
Der Berghauptmann von Reden, dem im Jahre 1775 die Gründung
der Bergschule in Clausthal zu verdanken ist, war ein weitblickender
wissenschaftlich gebildeter Beamter. In Würdigung seiner Verdienste wurde nach
seinem Tode im Jahre 1791 die in Abbildung 4 dargestellte Medaille geschaffen.
Die Vorderseite der Medaille zeigt das Brustbild des Berghauptmanns nach rechts,
auf der Rückseite ist eine Urne mit Trauerschleier vor einem Tannenwald
abgebildet. Diese Medaille wurde in Silber, Bronze und Eisen geprägt und ist
nur selten im Münzhandel anzutreffen.
Abb. 4: Medaille auf den Gründer der Clausthaler Bergschule Claus
Friedrich von Reden
Erst im Jahre 1810, als der Oberharz zum „Königreich
Westfalen“ gehörte, erhielt die Clausthaler Bergschule ihr erstes eigenes Gebäude.
Der zuständige Minister von Bülow erließ für die „Bergschule der
Harzdivision“ ein eigenes Reglement, das von dem späteren Göttinger
Professor Hausmann verfasst worden war.
Nach der Aufhebung des Königreichs Westfalen im
Jahre 1813 kam es zu einer Bestätigung der Bergschule durch die Landesregierung
und in der Folgezeit zu einer erfolgreichen und aufblühenden Lehrtätigkeit der
Bergschule. In dieser Zeit wurde die umfangreiche Mineraliensammlung durch den
Bergapotheker Ilsemann aufgebaut. Im Jahre 1821 wurde die Bergschule durch
Angliederung einer Forstschule erweitert und erlebte dadurch eine weitere
Belebung des Lehrbetriebes. Oberbergrat Wilhelm August Julius Albert entwickelte
im Jahre 1834 das erste Drahtseil, ohne das der Bergbau nicht den weiteren
Fortschritt genommen hätte. Auf den Oberbergrat Albert sind in neuerer Zeit 3
Erinnerungsstücke bekannt geworden, die in den Abbildungen 5, 6 und 7 gezeigt
werden und auf seine besondere Leistung der Entwicklung des Drahtseiles
hinweisen.
Die Medaille in Abbildung 5 wurde anlässlich der
durch den MTK Bad Harzburg organisierten Harzüberquerung an die Teilnehmer
verliehen. Medaille Nr. 6 entstammt der Medaillenreihe des Moerser Münzvereins
auf den Bergbau. Medaille Nr. 7 erinnert an die erste Anwendung des Drahtseils
im Carolinenschacht.
Abb. 5: Erste Medaille auf Oberbergrat Albert und das von ihm
erfundene Drahtseil
Abb. 6: Zweite Medaille auf Oberbergrat Albert und das von ihm
erfundene Drahtseil
Abb. 7: Dritte Medaille auf Oberbergrat Albert und das von ihm
erfundene Drahtseil
Dem Schaffen des Oberbergrates Albert verdanken wir
auch die Entstehung zweier Münzen aus jener Zeit, als er gleichzeitig das Amt
des Münzmeisters in der Clausthaler Münze übernahm. Es sind dies die beiden
2/3 Talerstücke auf die Ausbringung (Ausbeute) der Grube Bergwerkswohlfahrt aus
den Jahren 1833 und 1834 (Abb. 8 und 9).
Abb. 8: 2/3 Taler Ausbeute Grube Bergwerks-Wohlfahrt 1833
Abb. 9: 2/3 Taler Ausbeute Grube Bergwerks-Wohlfahrt 1834
Im Jahre 1839 besuchte der damalige König Ernst
August vom 18. bis 21. September den Oberharz und insbesondere am 19. September
1839 neben der Clausthaler Münze, die Bergschule und den Bauhof. Aus Anlass
dieses Besuches wurden der in Abb. 10 dargestellte Taler und der in Abb. 11
dargestellte Pfennig geprägt.
Abb. 10: Taler auf den Besuch von König Ernst August in Clausthal
1839
Abb. 11: Pfennig auf den Besuch von König Ernst August in Clausthal
1839
Doch bereits 1844 wurde die Forstschule nach
Hannoversch Münden verlegt. Dies bedeutete eine erhebliche Verringerung des
Budgets für die Clausthaler Bergschule. Der zunehmende Bedarf an technisch gut
ausgebildeten Berg- und Hüttenbeamten führte jedoch trotz des ständigen
Mangels an ausreichenden Geldmitteln zu einer ständigen Verbesserung des
Lehrniveaus.
Dies führte zusammen mit den besonderen Bemühungen
des damaligen Direktors der Bergschule Friedrich Adolf Römer im Jahre 1864 zur
Erhebung der Bergschule in den Rang einer Bergakademie. Leider sind dem
Verfasser keine numismatischen Gedenkstücke bekannt, die in irgendeiner
Beziehung zu den damaligen Ereignissen oder zu Friedrich Adolf Römer stehen.
Bereits kurz nach der Erhebung der Bergschule in den Rang einer Bergakademie
musste die Bildungsanstalt schon wieder um ihre Existenz bangen. Nach dem Sieg
der Preußen über die Dänen und die Österreicher im Jahre 1866 endete die
eigenständige Existenz des Königreichs Hannover. Hannover wurde von Preußen
annektiert. Dadurch existierten zwei Bergakademien in Preußen: Berlin und
Clausthal. Um den Erhalt der Clausthaler Bergakademie zu sichern, verzichteten
die Professoren über längere Zeit auf ihr Gehalt.
Erst zur Errichtung des neuen Akademiegebäudes tritt
die Clausthaler Hochschule selbst numismatisch in Erscheinung. Dieses erste
Gedenkstück ist eine dem Zeitgeist entsprechende Medaille auf die Einweihung
des neuen Hauptgebäudes der Bergakademie im Jahre 1907 und ist in Abbildung 12
dargestellt.
Die Vorderseite zeigt die Büste von Kaiser Wilhelm
II. in Kürassieruniform. Auf der Rückseite ist das Hauptgebäude in seiner
ursprünglichen architektonischen Gestaltung zu sehen. Die Medaille wurde in
Aluminium geprägt, einem Metall, dass in jener Zeit gerne für derartige
Erinnerungsstücke Verwendung fand.
Abb. 12: Medaille zur Einweihung des neuen Hochschulgebäudes
Auch das nächste numismatische Zeugnis aus dem Jahre
1924 ist der Einweihung eines neuen Gebäudes der Bergakademie gewidmet, nämlich
der „Aula academica“. Es handelt sich bei diesem Gedenkstück um eine
Eisengussplakette, die in der Eisengießerei in Thale im Harz hergestellt wurde
und von der zwei verschiedene Varianten existieren. Diese unterscheiden sich
durch Veränderungen in der Inschrift, wie es durch die Abbildungen 13 und 14
aufgezeigt wird.

Abb. 13: Einweihung der Clausthaler Aula academica (Variante 1)
Abb. 14: Einweihung der Clausthaler Aula academica (Variante 2)
Im Jahre 1939 wurde zur Anerkennung für besondere Verdienste um die Bergakademie Clausthal die Schnabel Medaille geschaffen. Diese Medaille wurde und wird noch heute Bürgern verliehen, die sich in besonderer Weise um die Bergakademie verdient gemacht haben. Eine Auflistung der jeweiligen Träger dieser Auszeichnung enthalten die ersten Seiten des Vorlesungsverzeichnisses der TU Clausthal.
Abb. 15: Schnabel Medaille
Abbildung 15 zeigt die heutige Ausführung der Schnabel Medaille mit dem Kopf von Prof. Schnabel, der sich insbesondere um das Eisenhüttenwesen verdient gemacht hat. Die Rückseite zeigt in der Umschrift den Beginn eines Liedes, das von Schnabel verfasst wurde: „Es ragen dunkle Tanne zum Himmel ohne Zahl“. Durch Schlägel und Eisen auf beiden Seiten abgegrenzt, zeigt die Umschrift im unteren Teil den Bergmannsgruß „Glück Auf“. Das Feld zeigt in der Mitte einen Schild, der die Verleihungswidmung trägt, im Hintergrund die „Harzer Tannen“ vor dem Brockenmassiv.
Die Zeit nach den zweiten Weltkrieg war für die Clausthaler Bergakademie geprägt durch den Wiederaufbau und später die Umgestaltung in die heutige Technische Universität. Im Jahre 1974 wurde eine wappenförmig gestaltete Wandfliese gefertigt, die an das 25 jährige Bestehen des Institutes für Steine und Erden (heute Institut für nichtmetallische Werkstoffe) und die bevorstehende 200 Jahrfeier der TU Clausthal erinnert. Die einseitige Fliese zeigt das Institutssymbol bestehend aus Schlägel und Eisen und dem Segerkegel (keramisches Messgerät für den Brandzustand des Brenngutes). Die linke obere Ecke zeigt das Porträt des ersten Institutsleiters Prof. Dr. Hans Lehmann, das rechte Porträt das seines Nachfolgers Prof. Dr. Hans-Walter Hennicke (Abb. 16).
Abb. 16: Keramikfliese zur 25 Jahrfeier des Instituts für Steine und
Erden
und zur 200 Jahrfeier der TU Clausthal
Der 200 Jahrfeier der TU Clausthal im Jahre 1975 wird auch durch eine Silbermedaille gedacht (Abb. 17). Die Vorderseite zeigt eine Zweckinschrift mit Bergbau- und Hüttensymbolen. Die Rückseite stellt die Nachbildung einer historischen Medaille dar. Das Original wurde von Heinrich Bonhorst geschaffen. Bonhorst war Münzmeister in der Clausthaler Münze von 1674-1711. Die gezeigte Bergbaulandschaft mit den Füllhörnern soll auf den Reichtum hinweisen, der auf dem Harzer Bergbau gegründet war.
Abb. 17: Medaille zur 200 Jahrfeier der TU Clausthal
Bereits im Jahre 1979 erschien eine weitere Medaille, die die gute Kooperation zwischen der TU Clausthal und der Industrie zum Ausdruck bringt. Aus Anlass des Erreichens einer Seilkernbohrung von über 1000 m horizontaler Länge im Carbon wurde dieses Erinnerungsstück von der Ruhrkohle AG, der Gewerkschaft Walter und der TU Clausthal in Silber herausgegeben. Die Vorderseite zeigt die symbolische Darstellung einer Diamantbohrkrone, die Rückseite die Logos der beteiligten Institutionen (Abb. 18). Das Forschungsvorhaben war Teil der in diesen Jahren unternommenen Anstrengungen zur Optimierung des mechanisierten Abbaus im deutschen Steinkohlebergbau. Diese Anstrengungen dienten insbesondere der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Steinkohle und wurden vom Bundesforschungsministerium unterstützt.
Abb. 18: Medaille zu einem Forschungsvorhaben der TU Clausthal zur
Optimierung des Abbaus deutscher Steinkohle
Auch die nächste Medaille zeugt von der internationalen Geltung der Clausthaler Forschung und seiner wissenschaftlichen Veranstaltungen. Sie wurde 1982 anlässlich des 3. Bohr- und sprengstofftechnischen Kolloquiums herausgegeben.
Abb. 19: Medaille auf das 3. Bohr- und sprengstofftechnische
Kolloquium
Die Vorderseite zeigt eine Szene, wie sich die erste
Sprengung im Oberharz im Jahre 1632, also vor 350 Jahren, abgespielt haben mag.
Auf der Rückseite ist ein Schnitt durch ein ungarisches Bergwerk nach alten
Unterlagen dargestellt (Abb. 19).
Die Medaille auf den Tod des „Gründungsvaters“
der Clausthaler Hochschule, des Berghauptmanns Claus Friedrich von Reden (Abb.
4), aus dem Jahre 1791 bildet auch die Vorlage für die in Abbildung 20
dargestellte Medaille anlässlich der Tagung „Mining“ in Birmingham im Jahre
1985. Die Rückseite ziert die Nachbildung eines alten Braunschweiger Talers aus
dem Jahre 1633 zur Zeit von Friedrich Ulrich, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel.
Abb. 20: Medaille auf die Tagung Mining
Ebenfalls 1985 erschien die in Abbildung 21 gezeigte Medaille auf die Bergakademie Clausthal. Diese Medaille erschien im Rahmen einer privaten Emission „Harzer Bergbaumedaillen“ und zeigt auf der Vorderseite Schlägel und Eisen auf Fichtenzweigen. Eine sehr ähnliche Darstellung finden wir auch auf dem Rednerpult der Aula der Clausthaler Hochschule. Die Rückseite zeigt das Clausthaler Stadtwappen. Aufgrund der Herstellung in einer Zinnlegierung und wahrscheinlich mittels Schleuderguss ist das Erscheinungsbild dieser Medaille etwas flau im Vergleich zu einer Prägemedaille.
Abb. 21: Medaille auf die Bergakademie
Anlässlich des 60. Geburtstags von Prof. Dr. Hans-Walter Hennicke im Jahre 1987 und auf das Institut für nichtmetallische Werkstoffkunde der TU Clausthal wurde eine große Porzellanmedaille gefertigt. Diese einseitige Medaille zeigt das Wappen der TU Clausthal und verweist in der Umschrift auf das Institut für nichtmetallische Werkstoffkunde (Abb. 22).
Abb. 22: Porzellanmedaille auf das Institut für Steine und Erden
Das nächste Erinnerungsstück (Abb. 23) wurde 1989
anlässlich der Restaurierung des Clausthaler Münzgebäudes von der
Kreissparkasse Clausthal herausgegeben und enthält auf der Rückseite die Aufzählung
der Eigentümer und Nutzer dieses Gebäudes: die Münzstätte Clausthal, die TU
Clausthal und das Studentenwerk Clausthal, die mit dieser Medaille auch ihre
Verbundenheit zur Stadt Clausthal zum Ausdruck bringen. Die Vorderseite wurde
nach dem Motiv einer Ausbeutemünze gestaltet, das seit dem Jahre 1677 die
Vorderseite verschiedener Münzen zierte, die als Löser eine numismatische
Besonderheit darstellten. Die wohlhabenden Landeskinder waren zu jener Zeit
entsprechend ihres Vermögens verpflichtet diese Ausbeutemünzen zu erwerben und
dem Geldverkehr zu entziehen. Ihre Existenz wurde jährlich überprüft. Damit
wurde eine Finanzreserve gebildet und der Inflation vorgebeugt. Diese besondere
Art der Besteuerung könnte man als eine Art Vermögenssteuer der damaligen Zeit
ansehen.
Abb. 23: Medaille anlässlich der Restaurierung des alten Münzgebäudes
Auch der Clausthaler Schützenverein weist auf die besondere Bedeutung der Clausthaler Hochschule hin, indem er auf der Medaille zur 475 Jahrfeier dieses Vereins das Clausthaler Hochschulgebäude in historischer Form darstellt (Abb. 24). Die Rückseite der Medaille zeigt wiederum das Clausthaler Stadtwappen zeigt.
Abb. 24: Medaille anlässlich des Jubiläums des Clausthaler Schützenvereins
Die vorletzte Medaille in dieser kleinen Übersicht bildet eine einseitige Porzellanmedaille anlässlich der 50 Jahrfeier des Instituts für nichtmetallische Werkstoffe der TU Clausthal. Die Vorderseite zeigt das Institutssymbol mit Schlägel, Eisen und Segerkegel. Die Umschrift erläutert den Ausgabeanlass. Die Rückseite enthält die handschriftliche Nummerierung dieser Medaille, die in einer Auflage von 400 Stück hergestellt wurde.
Abb. 25: Porzellanmedaille zum 50-jährigen Bestehen des Instituts für
Steine und Erden
Betrachtet man abschließend diese kleine
Zusammenstellung von Münzen und Medaillen, so fällt auf, dass in den ersten
132 Jahren des Bestehens der Clausthaler Hochschule keine Erinnerungsstücke
geprägt wurden, die einen direkten Bezug zur Clausthaler Hochschule haben.
Vielleicht ist dies auch ein Zeichen fehlender Unterstützung insbesondere in
der Regierungszeit von Georg III. (1760 – 1820), der ja bekanntlich nie auf
deutschem Boden weilte und keine besondere Verbindung zu seinen deutschen
Besitzungen hatte. Mit der Schließung der Zellerfelder Münze im Jahre 1791
nach dem Ende des Kommunion Oberharzes und der Schließung der Clausthaler Münze
im Jahre 1849 fehlen dann am Ort auch jene Einrichtungen, die eine Prägung von
besonderen Münzen oder Medaillen beflügelt hätten.
Wesentlich positivere Umstände förderten diesbezüglich
die Freiberger Bergakademie. Bereits mit seiner Gründung erschienen die ersten
Prämientaler mit dem Bildnis des Landesherrn. Jeder nachfolgende Landesherr ließ
neue Prämientaler herausgeben. Dies war auch ein Zeichen der besonderen
Verbundenheit der sächsischen Könige mit ihrer „Königlich Sächsischen
Bergakademie“. In der Folgezeit führte das Vorhandensein der Prägeanstalt in
Muldenhütten nahe Freiberg zu einem sehr intensiven Medaillenschaffen unter den
namhaften Medailleuren Bardulek und Hörnlein.
Erst ab Mitte der siebziger Jahre dieses Jahrhunderts
beginnt auch die Zahl der Medaillen auf die Clausthaler Hochschule sprunghaft zu
steigen. Die jeweiligen Ereignisse, die dabei gewürdigt wurden, zeugen von der
wissenschaftlichen Leistung der Technischen Universität Clausthal und sind ein
Zeichen für deren weltweite Bedeutung. Betrachtet man den Umstand, dass selbst
Clausthaler Vereine ihre Jubiläumsmedaille mit der Clausthaler Hochschule schmücken,
so kann dies als ein positives Zeichen für die Integration der Hochschule in
das Leben der Clausthaler Bürger gedeutet werden.
Den Abschluss dieser Darstellung bildet die neue
Medaille zur 225 Jahrfeier der Technischen Universität Clausthal. Die
Vorderseite zeigt das Wappen der TU Clausthal mit einem Schachtofen, wie er zum
Einschmelzen des Münzmetalls gebraucht wurde. Die enge Verbindung der
Clausthaler Hochschule zur Entwicklung des Bergbaus und der Münzprägung wird
damit zum Ausdruck gebracht. Auf der Rückseite sehen wir die Kuppel der Aula
Academica, ähnlich der Darstellung in Abbildung 13 und 14 zur Einweihung dieses
Gebäudes.
Abb. 26: Medaille zur 225 Jahrfeier der TU Clausthal
Anmerkung: Die
Abbildungen Nr. 4, 5, 7 und 20 wurden mit freundlicher Genehmigung dem
Standardwerk von Karl Müseler "Bergbaugepräge" der
Preussag Sammlung entnommen.