Dasio, Maximilian (1865-1954)

Dasio, Maximilian (1865-1954)

(Auszug aus dem Münzlexikon von Reppa)

Mitbegründer und Hauptvertreter der Münchner Medaille, der zu den Erneuerern der deutschen Medaillenkunst zählt. Der gelernte Maler trat als Medailleur und Stempelschneider erst im Alter von 40 Jahren in Erscheinung (um 1905). Trotzdem schuf er ein Werk von etwa 200 Medaillen, vor allem Porträtmedaillen nach Vorbildern der späten Gotik und der frühen Renaissance. Charakteristisch für die Medaillen Dasios sind die breit angelegten Porträts auf den Vorderseiten und die Allegorien auf den Rückseiten. Als passionierter Lehrer war Dasio an verschiedenen Privatschulen und als Professor der Kunstgewerbeschule in München tätig. Ab 1909 unterstand ihm der Unterricht für Kunsterziehung an den Real- und Mittelschulen in Bayern, 1910 wurde er Ministerialrat. Sein begabtester Schüler war wohl Karl Roth, der die Bedeutung seines Lehrers in der Münzgestaltung sogar übertraf.
Die Münzentwürfe, die Dasio anlässlich des Dürerbundausschreibens 1907/8 einreichte, kamen zwar nicht zur Ausführung, wohl aber Entwürfe zur Zeit der Weimarer Republik: Das „Eichbaum-Motiv“ ist leicht verändert auf der Vs. des Stücks zu 5 Reichsmark (1927-1933) zu sehen. Ferner bekam er die Aufträge für die Gedenkmünzen „100 Jahre Bremerhaven“ (3 und 5 RM, 1927), „1000 Jahre Nordhausen“ (3 RM, 1927) und 300. Jahrestag des Brandes von Magdeburg (3 RM, 1931). Die Stadtansicht von Magdeburg ist das vorläufig letzte Städtebild auf deutschen Münzen.

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